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Kaj Munk
Er sitzt am Schmelztiegel
1938

Drama
Aus dem Dänischen übersetzt und herausgegeben
von Paul Gerhard Schoenborn

Die Besonderen Hefte
124 S.; 2017; EUR 10,50;
ISBN: 978-3-943940-32-9

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Leseprobe



»Hier liegt der einmalige Fall vor, dass ein Schauspiel mitgeholfen hat, Hunderte von Menschenleben zu retten«
Arnim Juhre

Bei einem Aufenthalt im Januar 1938 in Berlin schrieb Kaj Munk, der dänische Dichterpfarrer und Märtyrer (1898 - 1944) innerhalb weniger Tage dieses "politische Warnstück" über die brutale Juden- verfolgung und die ideologische Arisierung des Juden Jesus im nationalsozialistischen Deutschland.

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs sahen mehr als 160.000 Dänen das Drama. Es steht in einer Linie mit Zeitungsartikeln und Predigten, in denen Kaj Munk seine Landsleute wachrüttelte gegen die inhumanen, allen christlichen Werten Hohn sprechenden Judenverfolgungen des Hitlerregimes.

Dass die Dänen im Herbst 1943 den deutschen Versuch vereitelten, das Land "judenrein" zu machen, liegt nicht zuletzt daran, dass Kaj Munks "Schmelztiegel" das Resistenzpotenzial seiner Landsleute gestärkt hatte.

Der deutsche Lyriker und Schriftsteller Arnim Juhre über die Wirkungsgeschichte des "Schmelztiegels": "Hier liegt der einmalige Fall vor, dass ein Schauspiel mitgeholfen hat, Hunderte von Menschenleben zu retten."




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Die Besonderen Hefte
Die Besonderen Hefte werden in der Werkstatt des NordPark Verlages eigenhändig gesetzt, in kleinen Auflagen auf dem chlor-, säurefreien und alterungsbeständigen Geese Werkdruckpapier Alster gedruckt, handgefalzt und hand(faden) geheftet und in feines Geese-Vorsatzpapier PASSAT eingeschlagen.

Jedes Heft ein Unikat und Sammlerstück
zu beinahe strafwürdig niedrigen Preisen.
(Musenblätter)





Der dänische Dorfpfarrer Kaj Munk (1898-1944) ist im Norden Europas bis heute unvergessen. Mit seinen Dramen wurde er zum Erneuerer des skandinavischen Theaters seiner Zeit.
Während des Zweiten Weltkriegs protestierte er öffentlich in Vorträgen und in seinem Schauspiel »Niels Ebbesen« gegen die Besetzung seines Vaterlandes durch die Deutschen. Seine politischen Predigten riefen, je länger der Krieg dauerte, immer unmissverständlicher zum Widerstand auf. Er wurde zur Symbolfigur des dänischen Freiheitswillens.
Am 4.Januar 1944 verhaftete ihn ein eigens aus Berlin angereistes SS-Kommando und erschoss ihn unterwegs bei Silkeborg. Mit ihm sollte die Stimme des Widerstands in Dänemark zum Verstummen gebracht werden. Aber die Stimme des Toten tönte hinfort lauter und eindringlicher als die des Lebenden.

In Deutschland ist er, als Dramatiker wie als Widerstandskämpfer »mit der Waffe des offenen Wortes«, weithin unbekannt geblieben. Seit zwei Jahrzehnten bemühe ich mich, meinen Teil dazu beizutragen, dass man diesen Dichterpfarrer aus Vedersø nun auch im deutschen Sprachraum stärker wahrnimmt.


Paul Gerhard Schoenborn



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Zur Person Kaj Munks
Geboren am 13. Januar 1898 in Maribo, einer Kleinstadt auf der Insel Lolland, getauft als Kaj Harald Leininger Petersen. Die Eltern, der Gerbermeister Carl Emanuel Petersen und seine Frau Anne Mathilde, sterben früh. Mit fünf Jahren ist der Kleine Vollwaise. Verwandte der Mutter, die Kleinbauern Peter und Marie Munk aus Opager, einem kleinen Dorf sechs Kilometer von Maribo entfernt, nehmen ihn auf und adoptieren ihn. Von ihnen bekommt er den Namen Munk.

Kaj Munk stammt also aus dem Milieu von Handwerkern und Kleinbauern – untere Mittelschicht – nicht aus dem Milieu von Großbürgern und Großbauern oder von Menschen mit akademischer Bildung.

Der Verlust beider Eltern, besonders der Mutter, wirkt tief auf seine Seele ein. Es dauert eine Zeit, bis er die Liebe seiner Pflegeeltern akzeptiert. Dann aber ist er ihnen wirklich wie ein Kind bis zu ihrem Lebensende zugetan. Besonders Marie Munk, leicht behindert, doch willensstark und eine gläubige Pietistin, überträgt auf ihn Willensstärke, Gradlinigkeit und einen konservativen Wertekosmos.

Zu Beginn der Schulzeit hat er Riesenglück, er trifft auf einen wirklichen und herzensguten Lehrer. Martinus Wested ist Grundtvigianer, ein vielseitig gebildeter christlicher Humanist. Er erkennt die sprachliche, dichterische Begabung des kleinen Kaj und fördert sie, ebenso wie auch der grundtvigianische Vikar Oscar Geismar, später Oberhofprediger in Kopenhagen. Beide führen den Jungen ein in dänische Geschichte und Literatur und begleiten ihn in enger Freundschaft, solange er lebt.

Starke Gegenpole bestimmten also den Heranwachsenden: Eltern im Himmel und Eltern auf der Erde, pietistische Frömmigkeit der Kleinbauern auf der einen und grundtvigianischer, patriotischer Kulturprotestantismus der Lehrer auf der anderen Seite.

Physisch ist er nicht der Stärkste, gleicht das aber aus durch einen starken Willen. Psychisch ist er hin- und hergerissen von starken seelischen Spannungen und eruptiven Emotionen. Er vereinigt absolute Gegensätze in sich, kokettiert mit seinem Sprachwitz und seinen dialektischen Fähigkeiten, ist manchmal genialisch rasch, manchmal auf den Tod matt, also wohl ein manisch-depressiver Typus.

Seine Schulleistungen sind hervorragend. Trotz der beschränkten finanziellen Mittel einer Kleinbauernfamilie ermöglichen ihm die Munks ein Theologiestudium.

Er hat sein theologisches Dienstexamen noch nicht ganz abgeschlossen, als er sich auf die Pfarrstelle der kleinen Dreihundert-Seelen-Gemeinde Vedersø direkt an der Nordseeküste Jütlands bewirbt. Von Januar 1924 bis Januar 1944 amtiert er dort als Dorfpfarrer, der in Dänemark seinem Status nach königlicher Beamter ist. Er geht auf die Jagd, wirkt unter Bauern, Fischern und Tagelöhnern durchaus exzentrisch, ist sozusagen ein seltsamer Vogel, wird gefeierter Bühnenautor, Kolumnist, gesuchter Redner, verdient sehr gut an seiner schriftstellerischen Nebenarbeit, heiratet eine Großbauerntochter aus seiner Gemeinde, wird Vater von fünf Kindern. Und bleibt bei all seiner Umtriebigkeit ein treuer Seelsorger, auf den die Gemeinde stolz ist, weniger sein Bischof.
































































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Info:
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Kaj Munk Kaj Munk (eigentlich Kaj Harald Leininger Petersen; * 13. Januar 1898 in Maribo, Lolland; † 4. Januar 1944 in Hørbylunde bei Silkeborg) war ein dänischer Pastor, Schriftsteller, Gegner Hitlers und christlicher Märtyrer.
Wikipedia






Paul Gerhard Schoenborn
Jahrgang 1934, studierte Theologie und Philosophie in Wuppertal, Tübingen, Göttingen und Bonn. Er arbeitete als Pfarrer in Rheinhausen-Friemersheim, danach als Studentenpfarrer und später als Pfarrer für Erwachsenenbildung in Wuppertal.
Er ist Verfasser oder Herausgeber von Sachbüchern, Arbeitshilfen und Medienpaketen zur politischen Theologie.
In Zusammenarbeit mit Rolf Lehfeldt übersetzte Schoenborn sieben der wichtigsten Dramen von Kaj Munk ins Deutsche: Kaj Munk - Schauspiele (2003). 2013 erschien seine Übersetzung der »Oxford-Schnappschüsse« des dänischen Dichterpfarrers.
Im Jahre 2004 zeichnete der Kaj Munk Minnefond, Kopenhagen, Paul Gerhard Schoenborn und die Essener Schauspieler Isabel K. Sandig und Ralf Gottesleben mit dem Kaj-Munk-Preis aus. PGSchoenborn-cut
© hams
Wikipedia (CC-by-sa)


Außerdem im NordPark Verlag erschienen:


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Dänische Dramen




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Kaj Munk
Das Wort. Drama




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Kaj Munk
Der politische Pfarrer und Dichter, den die SS erschoss






























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