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Elazar Benyoëtz
Was sich ereignet findet nicht statt
Solothurner Lesungen 2016 und 2003
Mit einer Umschlagmalerei von Metavel
Herausgegeben von Paul Rutz & Hans-Jürg Stefan


Die Besonderen Hefte
Heftbroschur mit Schutzumschlag
116 Seiten, 2017, handgeheftet, EUR 10.50
ISBN 978-3-943940-42-8


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Die Besonderen Hefte werden eigenhändig in der Werkstatt des NordPark Verlages gesetzt, nach Bedarf in kleinen Auflagen auf dem Werkdruckpapier Schleipen gedruckt, dann handgefalzt und handgeheftet und in den Schutzumschlag aus dem feinen Schleipen-Vorsatzpapier des Papierherstellers Cordier aus Bad Dürkheim eingeschlagen.


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Der Blick für das Hintergründige, Versteckte und Verborgene

Das vorliegende Besondere Heft dokumentiert die Freundschaft, die Elazar Benyoëtz und seine Gattin Metavel seit Jahrzehnten mit Paul Rutz, em. Dompfarrer und Domherr in Solothurn, verbindet und die tiefe innere Beziehung Silja Walters zu Elazar Benyoëtz. Diese ging weit über den sachbezogenen Informationsaustausch und die notwendige Planung hinaus. Davon zeugt nicht nur das literarische Ergebnis ihres Austausches, sondern auch der Briefwechsel. Dieses Heft dokumentiert die bisher nur ausschnittweise publizierte Korrespondenz von Elazar Benyoëtz mit Silja Walter.

Die Sprache, in der Elazar Benyoëtz schreibt, ist reduziert, die Form klar und streng und hierin besteht auch der logische Zusammenhang zwischen Benyoetz und dem Aphorismus. Die Distanz schärft den Blick für das Hintergründige, Versteckte und Verborgene, das sich der Wahrnehmung entzieht; die Nähe unmittelbarer existenzieller Betroffenheit weckt die Witterung für das Bedrohliche der Sprachverstecke. Aus dieser Materie nährt sich das geniale Wortspiel von Elazar Benyoëtz. Sein aphoristisches Denken verwandelt das Wortspiel in ein ›Zauberspiel der Sprache‹ und macht es wiederum zu einem Instrument tiefgreifender Erkenntnis, zur Offenbarung geheimer Bezüge.


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Leseprobe:

Editorische Notiz (Auszug)


Das vorliegende Besondere Heft dokumentiert die Freundschaft, die Elazar Benyoëtz und seine Gattin Metavel seit Jahrzehnten mit Paul Rutz, em. Dompfarrer und Domherr in Solothurn, verbindet (vgl. S. 92–100). Darüber hinaus ergab sich im Blick auf die abschließende Lesung an den Solothurner Literaturtagen 2003 eine rege, bisher nur ausschnittweise publizierte Korrespondenz mit Silja Walter. Daraus ging die S. 35–60 wiedergegebene »Moderne Vesper« hervor.

Silja Walter (1919–2011), hierzulande einer breiten Leserschaft vertraut und von vielen als bedeutende Schriftstellerin geschätzt, verbrachte über sechzig Jahre in der Klostergemeinschaft im Fahr/AG. Was es ihr bedeutete, dem Gottesdienst nichts vorzuziehen (RB 43), im geregelten Rhythmus von Beten und Arbeiten das Ohr des Herzens zum Ruf des Ewigen zu neigen und im Stundengebet den Lobpreis erklingen zu lassen – darüber äußert sie sich in ihrem mittlerweile auf elf Bände angewachsenen Gesamtwerk.

Elazar Benyoëtz, wurde auf seinem »Weg als Jude und Israeli ins Deutsche« vom jungen Dichter in hebräischer Sprache zu einem der bedeutendsten Erneuerer des deutschsprachigen Aphorismus seit Lichtenberg, Kafka, Nietzsche, Karl Kraus u.a. Ausgehend von den biblischen Weisheitsschriften und im Dialog mit jüdischen und christlichen Autoren fasst er die Ursprungssituationen des Glaubens für Deutschsprachige in Wort- und Satzblitze, die zünden und das Feuer der Liebe zum Wort beleben.

In dieser einmaligen Konstellation bewegten sich die beiden Geistesverwandten, trotz völlig unterschiedlicher Herkunft und Biographie, aufeinander zu und lernten, sich mit hohem Respekt tiefer kennen und schätzen. Davon zeugt nicht nur das Ergebnis ihres Austausches, die dialogisch komponierte, fein aufeinander abgestimmte Moderne Vesper – als aufmerksam Lauschender nenne ich sie Poetische Vesper, sondern auch die daraufhin ausgerichtete Korrespondenz. Diese geht weit über den sachbezogenen Informationsaustausch und die notwendige Planung hinaus. Elazar Benyoëtz fand dazu passende Worte: »… bin eben fertig mit der Brieflektüre, ich muss gestehen, am Ende war ich ziemlich ergriffen, es ist eine wirkliche Geschichte um eine Lesung herum, und sie klingt ganz unmerklich zart als Liebesgeschichte aus – und nichts war geschehen, man tastete sich ans Gespräch heran: ein weiter Weg, wie man sieht, und kein vergeblicher, wie man erfährt. Und alles ums Wort, von dem wiederum auch alles abhängt: Glauben, Unglauben, Vertrauen, Misstrauen.«

Zum 90. Geburtstag am 31.1.2009 widmete Elazar Benyoëtz »seiner Schwester« (sic!) einen bewegenden Brief und einige Tagebuchblätter von 2003 und 2008.

Als spätes Echo erschien 2012, ein Jahr nach dem Tod von Silja Walter, die Collage Janusgesichter, eine persönliche Reflexion, oder doch vielmehr ein poetischer Nach-Ruf des Kollegen, ein Echo zu einer kleinen Textauswahl aus: Silja Walter, Die Fähre legt sich hin zum Strand.





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Info:
Cécile / Silja Walter, geb. 1919 in Rickenbach bei Olten, war die zweite von acht Töchtern des Verlegers, Schriftstellers und Nationalrates Otto Walter. Ihr einziger Bruder war der Schriftsteller Otto F. Walter (1928–1994). Ausbildung zur Primarlehrerin. Studium der Literatur-Wissenschaften an den Universitäten Freiburg und Basel, aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen. 1944 erste Publikation von Gedichten. 1948 Eintritt in das Benediktinerinnenkloster Fahr bei Unterengstringen. Daselbst lebte sie über sechzig Jahre als Schwester M. Hedwig OSB bis zu ihrem Tod am 31.01.2011.
Silja Walter hinterlässt ein breit gefächertes Gesamtwerk. Ihre Gedichte, Übertragungen von Hymnen, Erzählungen, ein Roman, Gebete für Groß und Klein, Bild- und Text-Meditationen, Essays, Geistliche Spiele, Neue Wortgottesdienste, Neuer Kreuzweg, Neue Tagzeitengebete usw. liegen seit 1999 in der durch Dr. Ulrike Wolitz herausgegeben Gesamtausgabe in bisher elf Bänden vor. Im Laufe der Jahrzehnte wurden ihr gewichtige Preise und Ehrungen zugesprochen, u.a.: Literaturpreis der Stadt Zürich (1967), Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1968 und 1992), Kunstpreis des Kantons Solothurn (1971), Werkauftrag der Stiftung Pro Helvetia (1971), Auszeichnung für kulturelle Verdienste der Stadt Zürich (1979), Ehrengabe des Regierungsrates der Stadt Zürich (1981), Ehrenbürgerreicht von Rickenbach (SO), Ehrengabe der Stadt Zürich (1991).

Elazar Benyoëtz wurde als Paul Koppel 1937 in Wiener Neustadt geboren und flüchtete 1939 mit den Eltern nach Palästina. Er wuchs in Tel Aviv in hebräischer Sprache auf, mit zehn Jahren entschlossen, Dichter zu werden. 1957 erster hebräischer Gedichtband, dem sechs weitere folgten. 1964–1968 lebte er in Berlin (BRD), wo er 1965 die später in Frankfurt/M. fortgesetzte, von der DFG geförderte Bibliographia Judaica begründete. 1968 Rückkehr nach Israel, wo er die Miniaturenmalerin und Kalligraphin Renée Koppel (Künstlername Metavel) heiratete. Berühmt ist er als Aphoristiker.
Fragen der Metaphysik und des Verhältnisses von Deutschen und Juden beschäftigen ihn vielfach in seinen Werken. Er schreibt in deutscher und hebräischer Sprache Essays, Gedichte, Aphorismen, Briefe (für ihn eine Kunstform) und lebt in Jerusalem. Der hebräische Name Benyoëtz bedeutet »Sohn des Ratgebers«.
1988 erhielt er den Adelbert von Chamisso Preis, 2004 zusammen mit Robert Menasse den Joseph Breitbach Preis, 2009 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und 2010 den Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Elazar Benyoëtz ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Am Dies Academicus 2017 würdigt die Theologische Fakultät der Universität Bern das künstlerische Schaffen der Minaturenmalerin Metavel, Gattin von Elazar Benyoëtz, und dessen literarisches Gesamtwerk je mit dem Dr. theol. h.c.

Metavel / Renée Koppel entstammt einer jüdischen Familie in Souk-Ahras, Algier. Sie besuchte das Lehrerseminar in Constatin und wurde Lehrerin. 1958 wanderte sie in Israel ein, arbeitete bis 1966 als Lehrerin. 1966–1979 leitete sie die Kulturabteilung der Französischen Botschaft in Tel Aviv. Studium an der Avni Kunstakademie; Studium der Kabbala an der Universität Tel-Aviv. Als sie unter dem Künstlernamen Metavel zu malen begann, war sie »ein Wunderkind von 40 Jahren«. Schon ihre erste Ausstellung, 1981 in der Galerie Saphir, Paris, erregte Aufsehen. Edmond Jabès gehörte zu ihren Bewunderern. Es folgten Ausstellungen in Israel, Österreich, Deutschland und in der Schweiz. Ihr kalligraphisches Miniaturwerk liegt in einer Reihe bibliophiler Drucke vor; mit den fünf Festrollen, Das Hohelied, Ruth, Esther, Kohelet, Klagelieder begleitet sie das jüdische Jahr. Ihre herausragende Gestaltung der Haggadah schel Pessach wurde als schönstes Buch Israels ausgezeichnet. »In Metavels Miniaturen zur Genesis, zu den Psalmen, zum Hohen Lied findet auf vielen Ebenen der Darstellung eine Übersetzung statt, ein Augenfällig-Machen für uns Heutige. Sie geht mit Mitteln der Kabbala ans Werk und wendet eine unglaubliche Geduld und Kleinarbeit auf; sie kommt ins Geschichtenerzählen, reiht Bild an Bild und bringt so das Moment der Zeit zur Wirkung, der ›buchstabengenauen und allbarmherzigen‹Zeit [Friedrich Hölderlin]. Dies macht ihre Malerei zur Poesie.» (Walter Methlagl)


Die Herausgeber:
Paul Rutz, geb. 1943, em. Stadtpfarrer und Domherr an der St. Ursen-Kathedrale Solothurn.

Hans-Jürg Stefan, geb. 1936, em. Pfr. der Evang.-ref. Kirche, Hymnologe, Dr. theol.h.c. der Universität Zürich 2013. Im NordPark Verlag erschienen bisher:

Prospekt (pdf-Datei)



cover-benyoetz-was-nicht-zuendet.jpg

Was nicht zündet,
leuchtet nicht ein





Benyoetz-Das-Kommende-Cover.jpg

Das Kommende ist nicht in Eile






Grubitz-Dasein-ist-hiersinning-cover-web.jpg

Dasein ist hiersinnig






Benyoetz-was-sich-ereignet-webcover.jpg

Was sich ereignet,
findet ncht statt






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